Tag 28 – 30: Ich möchte ein Spiel spielen …

Als wir morgens irgendwann aus den Federn steigen, ist es gar nicht mehr so früh. Die Abreise der Wochenend-Urlauber ist in vollem Gange. Auch auf die Gefahr hin, bis zum nächsten Wochenende hier warten zu müssen, wollen wir uns natürlich gebührend verabschieden: Es war großartig!

Erst um halb zwölf sitzen wir an der Ausfahrt des Campingplatzes. Der Durchsatz ist leider ein ganz anderer als auf Autobahnraststätten… Die Aussicht auf leckere Würstchen von Günter, für den Fall, dass wir lange hier stehen sollten, erhält unsere Motivation. Günters Würstchen bringen uns schließlich auch weiter: Hans hält für uns an, er hatte uns bereits zu Beginn des Wochenendes am Würstelstand bemerkt. Ein großer Bruder unseres Wohnwagens mit eigenem Motor schleppt uns ab. Aus seinem Bauch werden wir mit dem ersten Bier des Tages versorgt. Schnell sind wir wieder auf der Autobahn, die Ruhe des Campingplatzes hatte auch schon angefangen, auf unseren Ohren zu drücken.

Dann läuft es wieder, bald schon kommen wir mit Julius weiter. Er nimmt einen Umweg in Kauf und setzt uns am Abend bei Passau ab, Deutschland hat uns wieder!

Im Land der Dichter und Denker wählen wir den akademischen Ansatz und lesen sämtliche wissenschaftliche Literatur zum Thema Hitchhiking. Unsere Recherche ergibt mit einer Ausnahme wenig Überraschendes. Weil wir unsere Brüste nicht vergrößern können, pflückt Georg Blumen. Die sollen gerade bei weiblichen Fahrern die Wahrscheinlichkeit mitgenommen zu werden deutlich steigern.

Es hilft nichts. Und in der Wärme sind die Blumen schnell welk. Wir lesen nochmal genau nach: Frische Blumen waren es in der Studie. Damit es nicht langweilig wird, fangen wir an, ein Spiel zu spielen. Wir nennen es „Wer hat den kleinsten … Entropie-Wert“. Im Kern geht es darum, bei vorbeifahrenden Autos die Wahrscheinlichkeit für eine Anhängerkupplung möglichst gut zu schätzen. Die Live-Auswertung des Spiels erfordert unsere Konzentration allerdings derart, dass wir wohl nie einen Sieger ermitteln werden – oder hier nie wegkommen. Ohne Mitfahrgelegenheit geht dieser Tag zu Ende. Allerdings: Nach Serbien ist ein Tag Warten nichts!

Am nächsten Tag weint der Himmel für uns. Was unsere Chancen nicht erhöht, denn bei Regen hält keiner. Als wir doch einmal angesprochen werden, ist es ein Journalist der Neuen Passauer Presse. Olli hat einen Tipp bekommen, dass wir hier stehen. Unsere Geschichte gefällt ihm, morgen wird sie dann hoffentlich auch den Passauern gefallen. Einziger Dämpfer: Olli hat keine Anhängerkupplung.

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