Tag 24 – 27: Urlaub vom Urlaub

Nach zwei ereignisarmen Tagen mit österreichischem Mietwagen stehen wir morgens an einer Raststätte bei Wien. Fast sind wir traurig darüber, wie reibungslos alles funktioniert, seit wir Serbien verlassen haben. Sogar der Import zweier biologischer Waffen in die EU gelingt, und erst in Österreich entschärfen wir sie durch die längst überfällige Dusche.

Da endlich wieder auf deutschsprachigem Boden, folgen wir zunächst dem Ruf der Wurst. Dieser schallt vom Campingplatz Lichtenfels zu uns herüber, denn dort hat Günter, den wir vor zwei Wochen mit seinem Truck kennenlernten, einen Würstelstand. Wir freuen uns zum ersten Mal seit über 10 Tagen unser Schild neu zu beschriften.

Der Kontrast zu Serbien könnte nicht größer sein. In der ersten halben Stunde hier sprechen uns bereits ein Dutzend Leute an – bei Niš hätte dies eine halbe Woche Hinsiechen erfordert. Kurz drauf hängt uns Franz an und zieht uns bis nach Krems an der Donau. Die winzige Tankstelle dort wirkt als Trigger für unser Niš-Trauma und löst heftige Schweißproduktion, Katatonie und fettige Haare aus. Aller Panik zum Trotze geht es schon wenig später mit Monica weiter – direkt zum Campingplatz!

Dort ziehen wir – per Hand – in einer Szene voller Dramatik und Spannung ein. Buchstäblich, denn am Berg (ein 2m hoher Hügel mit 5% Steigung) wird für uns jeder kleine Hubbel zur Herausforderung. Auf dem Gipfel erreichen wir Günters Imbissbude und erfahren eine fulminante Begrüßung – hier waren wir wohl schon vor unserer Ankunft Stoff von Sagen und Legenden.

Ohne Umschweife werden wir eingeladen uns durch die gesamte Wurstpalette zu probieren. So beginnt der Abend mit Käsekrainer und Jägermeister, endet aber noch lange nicht mit Berner Würstel und Tequila Rose Strawberry. Bei Lagerfeuer und Gitarre kommt endlich unser an vielen einsamen Raststätten einstudiertes Lieder-Repertoire zum Tragen. Der Kreis ums Lagerfeuer wächst immer weiter, als noch Hans mit seiner Trommel dazustößt.

Damit wir den Rest des Campingplatzes so nicht komplett um den Schlaf bringen, wandern wir mit Manuel, Tamara und Lisa herunter zum See, die auch noch nicht genug vom Singen haben. Ein Bad später, nicht das erste Bad der torkelnden Tamara an diesem Abend, bei dem sich herausstellt, dass in Österreich Nachtschwimmen phonetisch Nacktschwimmen gleicht, warten wir zitternd auf den Sonnenaufgang.

Da dieser auch nicht die gewünschte Wärme bringt und der Wein längst leergetrunken ist, spielen wir anschließend noch bis 9 Uhr morgens Volleyball, bevor alle wie tot ins Bett fallen.

Folglich ist der nächste Tag reichlich verpennt. Später lernen wir den Dauercamper Peppi kennen, der uns zunächst harmlos auf ein Getränk einlädt. Wer würde da Nein sagen? Runde um Runde serviert Peppi Schnaps um Schnaps. Immer wieder versucht Georg, der heute bisher nur ein Müsli gegessen hat, ein Getränk ohne Alkohol zu ergattern – vergebens. Peppis Tanz um den Wohnwagen, bei dem er stets neue Getränke mitbringt, erinnert uns in vielerlei Hinsicht an Dinner for One.

Diesen Abend treffen wir also bereits deutlich angeheitert am Lagerfeuer ein – ein wunderbarer Ausklang, denn morgen ist Schluss mit Urlaub, es soll weitergehen.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s